Unsere Expertin für Restless-Legs-Syndrom

DR. MED. MIRIAM TOENNIS
Unsere Expertin für Restless-Legs-Syndrom

Fachärztin für Neurologie mit Privatpraxis in Köln-Junkersdorf, Studium der Humanmedizin in Köln, Salt Lake City (USA) und Edinburgh (Schottland), umfassende praktische Erfahrungen sowie regelmäßige Fortbildungen und enger Austausch mit Fachkollegen.

Die Praxis Dr. Tönnis bietet eine umfassende neurologische Diagnostik, auf Basis eines ausführlichen Gesprächs mit dem Patienten und modernster Technik. Das Behandlungsspektrum umfasst zahlreiche neurologische und psychosomatischen Erkrankungen.

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Spezialisierungen
Umfassende neurologische Diagnostik und Therapie, Behandlung des Restless-Legs-Syndrom, Akkupunktur bei Kopfschmerzen und Schlafstörungen und Sportmedizinische Beratung

 

Mitschrift des Frag-den-Professor.de – Experten-Interviews mit Frau Dr. med. Miriam Tönnis

 

 

  1. Was ist das Restless-Legs-Syndrom?

Ein RLS ist, wie der Name schon sagt, ein Syndrom mit ruhelosen, unruhigen Beinen. Das geht zusammen häufig mit einem Bewegungsdrang, Missempfindung, Kribbeln, Ziehen in den Beinen, der vor allen Dingen in Ruhe auftritt, durch Bewegung besser wird und zum Abend und Nacht hin deutlich zunimmt. Häufig gehen damit einher auch Schlafstörungen und entsprechend dann natürlich auch eine Tagesmüdigkeit.

 

  1. Woran erkenne ich das Restless-Legs-Syndrom(RLS)?

Das Restless-Legs-Syndrom hat vor allen Dingen 4 wesentliche Kriterien. Das sind zum Einen eine Bewegungsunruhe in den Beinen, meistens zusammen mit Kribbeln, Ziehen, Stechen, also gewisse Missempfindungen, die treten ausschließlich in Ruhe auf, nehmen am Abend und in der Nacht zu, zumindest gegenüber den Symptomen am Tage und bessern sich durch Bewegung. Das sollte also erfüllt sein beim RLS. Dazu kommen häufig dann noch Schlafstörungen, Einschlaf- und Durchschlafstörungen durch diese Beschwerden und natürlich auch die Folgen möglicherweise, wie eine Tagesmüdigkeit zum Beispiel.

 

  1. Was sind die Ursachen für ein Restless-Legs-Syndrom (RLS)?

Da muss man so ein bisschen unterscheiden zwischen einem primären Restless-Legs-Syndrom und einem sekundären. Bei dem primären sind die Ursachen nicht genau bekannt. Man weiß, dass es zum Einen gewisse genetische Faktoren gibt, also das häufig auch vererbt wird, und zum Anderen ist es so, dass man weiß bestimmte Botenstoffsysteme, also sogenannte Neurotransmittersysteme im Gehirn spielen eine wichtige Rolle. Wie genau ist nicht ganz geklärt.

Beim sekundären RLS ist es so, dass viele Grunderkrankungen, wie z.B. ein Eisenmangel oder eine Nierenfunktionsstörung, Schilddrüsenfehlfunktion, aber auch eine Polyneuropathie, also eine Nervenleitungsstörung, Ursache sein können für ein Restless-Legs-Syndrom. Es kann aber auch z.B. in der Schwangerschaft gehäuft auftreten, zum Teil wegen dem Eisenmangel, manchmal aber auch einfach so als Begleitsymptom, geht aber dann auch wieder weg nach der Entbindung, oder eben es kann auch die Nebenwirkung von Medikamenten sein.

 

 

  1. Betrifft das Restless-Legs-Syndrom (RLS) nur die Beine?

Das RLS betrifft häufig die Beine, aber eben nicht nur. Die Arme können auch mit betroffen sein, haben dann genau dieselben Beschwerden, Missempfindung, Unruhe, Brennen, Kribbeln, das sich durch die Bewegung bessert.

 

  1. Ich kann nicht einschlafen- kann ein Restless-Legs-Syndrom vorliegen?

Ganz klar ja. Man muss aber bedenken, dass es unglaublich viele Ursachen für Schlafstörung gibt. Wenn aber der Schlaf gestört ist durch Bewegungsunruhe, Missempfindung in den Beinen, oder aber eben auch das Durchschlafen dadurch gestört ist, d.h. dass man immer wieder aufwacht deswegen, dann kann das RLS eine Ursache sein.

 

  1. RLS in meiner Familie- habe ich ein erhöhtes Risiko?

Ja, muss man sagen, das RLS wird häufig vererbt, und zwar haben ungefähr 50% der Patienten mit einem RLS auch Familienangehörige 1. Grades, die unter derselben Erkrankung leiden.

 

  1. Wie wird ein Restless-Legs-Syndrom (RLS) diagnostiziert?

Das wird vor allen Dingen klinisch diagnostiziert, also anhand der geschilderten Beschwerden und der Symptome, die vorliegen. Im Weiteren sollte die neurologische Untersuchung normal sein. Wenn sich da irgendwelche Hinweise ergeben auf z.B. eine Polyneuropathie, also eine sogenannte Nervenleitungsstörung, sollte sowas im Weiteren noch gesondert abgeklärt werden. Es muss eine Blutabnahme erfolgen, einfach um weitere Ursachen für ein RLS, wie Eisenmangel, Nierenfehlfunktion, Schilddrüsenfunktionsstörung auszuschließen. Und wenn dann die Diagnose noch nicht ganz gesichert ist, kann man immer noch einen sogenannten L-Dopa-Test machen, d.h. man gibt ein Medikament, das man normalerweise zur Behandlung einsetzt, einfach mal probeweise und schaut, ob die Beschwerden damit besser werden. Wenn dann noch nicht alles klar ist, kann man noch eine sog. Polysomnographie machen, d.h. man zeichnet manche Parameter im Schlaf auf, wie z.B. die Hirnströme oder die Beinbewegung und kann darüber dann auch wieder Ruckschlüsse ziehen für die Erkrankung.

 

  1. Wann sollte das Restless-Legs-Syndrom (RLS) behandelt werden?

Das sollte vor allen Dingen dann behandelt werden, wenn die Lebensqualität darunter leidet. Also vor allen Dingen wenn Schlafstörungen bestehen, dann auch mit den Folgen wie Tagesmüdigkeit, Konzentrationsstörung, Leistungseinbußen, oder aber auch wenn das soziale Leben gestört ist durch das RLS, also man nicht mehr abends im Kino sitzen kann oder auf dem Sofa und ein Buch lesen kann, einfach weil die Beine einem so wehtun und dieser Bewegungsdrang so vorherrscht. Ausschließen sollte man natürlich vor einer Behandlung immer sog. sekundäres Restless-Legs-Syndrom als Ursache dieser Beschwerden.

 

  1. Welche Behandlungsmethoden für das Restless-Legs-Syndrom (RLS) gibt es?

Und zwar ist es so, dass man bestimmte Medikamente hat, die dabei wirken. Das ist einmal als Mittel der Wahl das Dopamin, also L-Dopa. Wenn das nicht ausreichend hilft oder es Nebenwirkungen geben sollte, dann gibt es noch Dopaminagonisten, das ist eine Gruppe von Medikamenten, die dabei auch getestet sind. Und bei einem schweren bis sehr schweren RLS, wenn die anderen Medikamente nicht gewirkt haben oder unzureichend wirken, gibt es noch ein Opiat, das zugelassen ist in der Behandlung. Auch da muss man wieder sagen, dass wenn eine andere Ursache vorliegt, wie Eisenmangel, Schilddrüsenfehlfunktion, sollte natürlich immer erst die Ursache behandelt werden.

 

  1. Was halten Sie von einer Therapie mit der Gabe von Eisen?

Ein Eisenmangel kommt häufig vor beim RLS oder kann zumindest die Symptome verstärken, d.h. man sollte immer auch das Speichereisen bestimmen und dann diesen Wert in den hoch-normalen Rahmen halten. Das kann häufig gut helfen bei der Linderung der Beschwerden.

 

  1. Helfen beim RLS und Schlafstörungen die Schlafmittel aus der Apotheke?

Nein muss man sagen, die klassischen Schlafmittel werden dabei nicht eingesetzt, sondern andere Präparate wie L-Dopa oder Dopaminagonisten. Man kann schon mal übergangsweise und in bestimmten Situationen auch die klassischen Schlafmittel unterstützend für eine gewisse Zeit verwenden.

 

  1. Bleiben die RLS-Symptome für immer da oder gehen sie auch wieder weg?

Das ist letztendlich schwer zu sagen. Wenn ein sog. sekundäres RLS vorliegt, also eine Grunderkrankung als Auslöser oder es die Nebenwirkung von einem Medikament ist, kann es gut sein, dass es wieder verschwindet, wenn man das ausreichend behandeln kann. Bei einem primären RLS ist es häufig so, dass die Symptome auch mal wieder weniger werden können oder auch ganz weggehen können für eine gewisse Zeit, aber wie der genaue Verlauf ist und wie sich das entwickelt kann man immer schwer vorhersagen.

 

Quelle: Mitschrift des Frag-den-Professor.de – Experten-Interviewsmit Frau Dr. med. Miriam Tönniszum Thema „Restless-Legs-Syndrom“aufgenommen als Video im Januar 2016


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