Unser Experte für Herzinfarkt – Basics

PROF. DR. MED. MALTE KELM
kelm

Spezialisierungen:
Akuter Herzinfarkt, Interventionelle Kardiologie, Arterielle Hypertonie

Direktor der Klinik für Kardiologie, Pneumologie und Angiologie am Universitätsklinikum Düsseldorf. Klinische Schwerpunkte sind die Therapie des akuten Herzinfarktes, interventionelle Kathetertechniken und die Fusion bildgebender Verfahren in der Kardiologie. Wissenschaftlich aktiv im Bereich der Entstehung, Diagnose und Behandlung des Herzinfarktes, kardiovaskulärer Funktionsstörungen, der arteriellen Hypertonie und dem Diabetes mellitus.

 

Die Mitschrift des Interviews mit Prof. Dr. med Malte Kelm zum Thema “Herzinfarkt”

Was ist ein Herzinfarkt?

Ein Herzinfarkt ist ein akuter Verschluss der Herzkranzgefäße, also der Gefäße, die das Herz wie einen Kranz umgeben und selber den Herzmuskel mit Sauerstoff versorgen. Dies führt nachfolgend zum Untergang des Herzmuskelgewebes.

Was ist eine Koronarstenose?

Hierbei handelt es sich um eine Engstelle eines Herz-Kranzgefäßes. Solche Plugs, die den Durchmesser des Gefäßes einengen, entstehen durch Einlagerung von Fetten und Eiweis-Fetten, Kalzium und anderen Bestandteilen und sie führen in Summe zu einer Reduktion des Blutflusses, bis hin zu einem Gefäßverschluss.

Gibt es Warnsignale vor dem Herzinfarkt?

Es kann eine Reihe von Warnsignalen geben. Dazu gehören unter anderem ein Schmerz hinter dem Brustbein, der auch Vernichtungscharakter haben kann und eine Knappheit an Luft, das heißt, eine Erschwernis Luft zu holen und die Schmerzen können auch ausstrahlen in die Schulter in den Kiefer in den Hals und es kann auch begleitet sein von Übelkeit und Schweißausbruch.

Wie diagnostiziert der Arzt einen Herzinfarkt?

Ein Herzinfarkt wird diagnostiziert oder die Diagnose festgestellt durch drei Dinge: Das Eine ist, das man im Blut den Zelluntergang von den Herzmuskelzellen an bestimmten Eiweißen nachweist. Das zweite sind Veränderungen im EKG. Und das Dritte ist entsprechend die Symptomatik, also das, was der Patient an Beschwerden empfindet und berichtet.

Was ist bei Frauen beim Herzinfarkt anders?

Bei Frauen ist die Erkennung und Diagnosestellung eines Infarktes erschwert, da die Symptome häufig atypisch verlaufen. So kann sich ein Herzinfarkt äußern primär durch Schwindel, Übelkeit, eine allgemeine Schwäche, Schweißausbruch, ohne das es zu einem begleitenden klassischen Brustschmerzes kommt.

Wie wird der akute Herzinfarkt behandelt?

Ein akuter Herzinfarkt wird behandelt heute standardmäßig durch Katheter-interventionelle Verfahren. Das heißt unmittelbar nach Diagnosesicherung, innerhalb von höchstens 30 Minuten, muss der Patient einer Herzkatheter-Untersuchung zugeführt werden, bei dem die Kranzgefäße und die Verschlussstelle dargestellt werden. Dann wir dort ein Draht eingeführt und der Verschluss wieder eröffnet durch eine Ballon-Aufdehnung und gegebenenfalls dieses Resultat durch die Einlage eines Stens langfristig stabilisiert.

Was sind die Ziele der Behandlung des Herzinfarktes?

Das oberste Ziel der Behandlung eines Herzinfarktes muss die rasche und akute Wiedereröffnung des verschlossenen Gefäßes sein. Und dieses muss stabil und nachhaltig sein, um einen weiteren Untergang von Herzmuskelzellen zu verhindern.

Wie erfolgt die Nachsorge nach einem Herzinfarkt?

Nach Entlassung aus dem Krankenhaus und erfolgreicher Wiedereröffnung des Gefäßes wird dem Patient eine Leitlinien-gerechte, medikamentöse Therapie mitgegeben, die dann von seinem Hausarzt auch in den nachfolgenden Untersuchungen wieder bewertet und fortgesetzt wird. Das ist die wesentliche Säule. Die zweite wesentliche Säule bedingt eine Änderung des Lebensstils. Dazu gehören regelmäßige Bewegung, gesunde Ernährung, Einstellung von Nikotinkonsum und ähnliches.

Kann man einem Herzinfarkt vorbeugen?

Man kann in Teilen einem Herzinfarkt vorbeugen durch eigene Aktivitäten. Dazu gehören regelmäßige Bewegung, auch Sport. Und dieses möglichst mindestens 30 Minuten einmal am Tag. Eine gesunde Ernährung und auch Vermeidung von negativen Stressfaktoren, die aber individuell streuen können.

Steigern Wut und starke Emotionen das Herzinfarkt-Risiko?

Solche Situationen gehen einher mit der Stimulation des unbewussten Nervensystems – dem Sympathikotonus und nachfolgend dem Ausschütten von Stresshormonen. Die verengen die Herzkranzgefäße und reduzieren weiter den Blutfluss und können im schlimmsten Falle zu einem Gefäßverschluss und Herzinfarkt führen.

Was tun beim Auftreten von Warnsignalen eines Herzinfarktes?

Hat der Patient das Gefühl, dass es sich um eine akute Situation mit entsprechenden Symptomen handelt, so sollte er unmittelbar die 112, sprich die Notrufzentrale, informieren! Den hier zählt jede Minute.

Herzrhythmusstörungen beim Herzinfarkt = plötzlicher Herztod?

Ja, dies ist ein Gleichnis, das zusammen die gravierendste Komplikation an einem akuten Herzinfarkt darstellt. Durch den Zelluntergang kann es zu Irritationen des Reizleitungsystems kommen. Darüber bilden sich in der Folge tödliche Herzrhythmusstörungen aus, die dann eben zu dem Versterben führen.

Wer ist besonders gefährdet für Herzinfarkte?

Hier gibt es eine Reihe von so genannten Risikofaktoren, die klar erkannt wurden in den letzten Jahrzehnten in der klinischen Forschung. Dazu gehören die Menschen, die unmittelbare Verwandte mit schon erlittenem Herzinfarkt haben, also Vater, Mutter, Geschwister. Hierzu gehören auch diejenigen, die rauchen und diejenigen, die eine Stoffwechselstörung haben durch erhöhte Blutfette, einen hohen Blutdruck und/oder Blutzuckerveränderungen – sprich Diabetes mellitus.

Quelle: Frag-den-Professor.de – Experten-Interview mit Herrn Prof. Dr. med. Malte Kelm zum Thema Herzinfarkt, aufgenommen als Video im Juni 2012


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