Unser Experte für Zahnimplantate – Basics

PROF. DR. DR. NORBERT R. KÜBLER
kuebler

Spezialisierungen:
Zahnimplantate, Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie, Plastische Operationen

Facharzt für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie, Zusatzqualifikation Plastische Operationen, Direktor der Klinik für Mund-, Kiefer- und Plastische Gesichtschirurgie des Universitätsklinikum Düsseldorf.

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Die Mitschrift des Interviews mit Prof. Dr. Dr. Norbert R. Kübler zum Thema “Zahnimplantate”

Was ist ein Zahnimplantat?

Zahnimplantate sind künstliche Zahnwurzeln, welche in den meisten Fällen aus Titan bestehen. Seit mehr als 40 Jahre werden Zahnimplantate mit Erfolg im Kiefernbereich eingesetzt. In den meisten Fällen weist ein Zahnimplantat die Form einer Schraube oder eines Zylinders auf, wobei sich die Größe und der Durchmesser nach dem Knochenangebot sowie nach der zu erwartenden Belastung des Implantates richten. Nach der Implantation müssen die Implantate zunächst mit dem umgebenden Knochengewebe sich verbinden bzw. das Gewebe wächst an das Implantat heran, bevor diese dann nach 2 bis 3 Monaten für die prothetische Versorgung verwendet werden können.

Wozu braucht man Zahnimplantate?

Zahnimplantate dienen zur Verankerung von Zahnersatz. Sie können sowohl zum Ersatz einzelner Zähne als auch zur Fixierung von herausnehmbaren Brücken und Prothesen dienen. Ein großer Vorteil von Implantaten besteht darin, dass im Gegensatz zur Versorgung mit Kronen und Brücken, Zähne hierfür nicht beschliffen werden müssen. In den Fällen, in denen eine Prothese schlechten Halt findet, kann mit Hilfe von Implantaten eine deutliche Verbesserung des Prothesenhaltes erzielt werden.

Wann sollte und kann implantiert werden?

In der Implantologie unterscheidet man verschiedene Implantationszeitpunkte: Bei der so genannten Sofortimplantation wird das Implantat direkt nach dem Zahnverlust bzw. direkt nach Extraktion des Zahnes gesetzt. Bei der Frühimplantation erfolgt hingegen die Implantatsetzung 4 bis 8 Wochen nach der Zahnextraktion, wenn sich die Weichteildecke bereits wieder verschlossen hat. In den meisten Fällen wird jedoch erst 6 Monate später nach Verlust eines Zahnes implantiert. Man nennt dies dann Spätimplantation. Zu diesem Zeitpunkt ist das ehemalige Zahnlager bereits vollständig knöchern abgeheilt.

Für wen eignen sich Implantate?

Zahnimplantate können fast Jedem eingesetzt werden. Ausnahmen sind Kinder und Jugendliche in der Wachstumsphase. Gegen eine Implantation sprechen schwerwiegende oder ausgeprägte Stoffwechselerkrankungen oder Organschädigungen. Bei Vorliegen solcher Krankheiten muss individuell mit dem Patienten entschieden werden. Bei der Einnahme von Bisphosphonaten, welche in letzter Zeit häufig bei der Therapie von Osteoporose eingesetzt werden, muss man abwägen, ob eine Implantatsetzung in solchen Fällen in Frage kommt.

Wie viele Zahnimplantate braucht man?

Diese Frage ist schwer zu beantworten und richtet sich unter anderem danach, ob implantatgetragener, herausnehmbarer oder fest sitzender Zahnersatz vorgesehen ist. Beim fest sitzenden implantatgetragenen Zahnersatz wird die Anzahl der Implantate in erster Linie durch die Größe der Lücke, die Knochenqualität sowie die mögliche Positionierung der Implantate bestimmt. Ist die Lücke größer, bedarf es natürlich mehr Implantate, um den Patienten wieder dental zu rehabilitieren.

Können Diabetiker mit Implantaten versorgt werden?

Entgegen der landläufigen Meinung ist dies unter bestimmten Voraussetzungen ohne weiteres möglich. Wobei die Voraussetzung darin besteht, dass der Blutzucker gut eingestellt sein muss und das keine Langzeitschäden bei den Patienten bestehen.

Ist die Impantation trotz Heparin oder Marcumar möglich?

Prinzipiell ja. Nach Rücksprache mit dem behandelnden Hausarzt soll jedoch die Medikation entweder temporär ausgesetzt oder zeitweise auf Heparin-Spritzen umgesetzt werden. Ansonsten kann es zu schwerwiegenden Nachblutungen bei diesen Patienten kommen, wie wir das häufig auch in der Klinik sehen. In schwerwiegenden Fällen ist es daher oft ratsam, eine Implantatsetzung unter stationären Bedingungen durchzuführen.

Wie ist die Haltbarkeit von Zahnimplantaten?

Idealer Weise hält ein Zahnimplantat natürlich ein Leben lang. Voraussetzung ist jedoch eine optimale implantologische Planung und Therapie, sowie eine verlässliche Pflege der Implantate durch den Patienten. Implantate müssen noch mehr wie körpereigene Zähne durch den Patienten gepflegt werden.

Welche Risiken bestehen bei der Implantat-OP?

Operative Eingriffe sind immer mit Risiken verbunden. Spezielle Risiken in der Implantologie stellen die Verletzung von Nerven, beispielsweise im Unterkiefer oder die Entstehung von Blutergüssen oder Schwellungen durch die Verletzung von Blutgefäßen dar. Spätkomplikationen bei Implantaten sind selten und werden dabei häufig durch chronische Infektionen oder mangelnde Mundhygiene hervorgerufen. Die so genannte Periimplantitis, also quasi das analog zur Parodontitis bei natürlichen Zähnen kann langfristig zum Knochenverlust und damit auch zum Verlust von Implantaten führen.

Was kostet ein Zahnimplantat?

Diese Frage ist schwer zu beantworten und hängt unter anderem von der Ausgangssituation, der Knochenqualität, der Anzahl der benötigten Implantate oder auch der geplanten prothetischen Versorgung ab. Knochenaufbau erhöhen die Kosten einer Implantatversorgung deutlich. Eine verbindliche Aussage darüber, wie hoch die Kosten sind, kann erst nach einer ausgiebigen Untersuchung und einer Beratung gemacht werden. Darüber hinaus spielt natürlich auch die Auswahl des gewählten Implantatsystems sowie der vorgesehenen prothetischen Versorgung eine wichtige Rolle und beeinflusst dabei maßgeblich die Kosten. Hier können Birnen mit nicht mit Äpfeln verglichen werden.

Gibt es Alternativen zu Implantaten?

Natürlich gibt es auch Alternativen zu Zahnimplantaten. Geht ein Zahn verloren, so kann dieser beispielsweise durch eine Implantat-getragene Krone ersetzt werden. Alternativ kann auch durch Beschleifen der Nachbarzähne die Zahnlücke mit Hilfe einer Brücke versorgt werden. Fehlen mehrere Zähne, so können die durch eine Implantat-getragene Brücke wieder hergestellt werden. Alternativ könnten natürlich auch die fehlenden Zähne durch eine herausnehmbare Teilprothese oder bei Fehlen sämtlicher Zähne in einem Kiefer durch eine herausnehmbare Vollprothese ersetzt werden.

Dienen Implantate nur zur Befestigung von Kronen und Brücken?

Implantate können nicht nur zur Befestigung von Kronen und Brücken dienen, sondern auch den Sitz von herausnehmbaren Prothesen wesentlich verbessern. Insbesondere im Oberkiefer hat dies den Vorteil, dass der herausnehmbare Zahnersatz dann gaumenfrei gestaltet werden kann, was für den Patienten einen hohen Gewinn an Tragekomfort bietet.

Wie lange dauert eine implantologische Behandlung?

Dies hängt von der individuellen Situation des Patienten ab. In der Regel braucht es für die knöcherne Heilung der Implantate im Kieferknochen zwischen 8 und 12 Wochen. Hinzu kommen die Planungsphase vor der Implantatsetzung und die prothetische Versorgung der Implantate nach deren Einheilung. Müssen jedoch zusätzliche Knochen-aufbauende Maßnahmen oder Eingriffe an der Mundschleimhaut durchgeführt werden, so kann sich die Behandlungszeit natürlich auch wesentlich verlängern. Wichtig ist jedoch, dass für den Patienten ein optimales Ergebnis erzielt wird, unabhängig davon, ob unter Umständen sich die Behandlungszeit hier etwas verlängert.

Kann das Implantat vom Körper abgestoßen werden?

Es wird häufig behauptet, dass Implantate vom Körper abgestoßen werden können. Aber Abstoßungsreaktionen im klassischen Sinne sind bei Zahnimplantaten nicht bekannt. Gehen Implantate verloren, so ist dies in den meisten Fällen auf eine postoperative Wundheilungsstörung zurück zu führen.

Müssen Zahnimplantate besonders gepflegt werden?

Zahnimplantate müssen wie eigene Zähne gründlich gepflegt werden. Ärzte und Zahnärzte, welche sich mit der Implantologie beschäftigen, bieten häufig spezielle Implantat-Prophylaxe-Programme zur Pflege und Reinigung der Implantate an. Eine regelmäßige Nachsorge der Implantate alle 6 Monate wird dabei empfohlen.

Übernimmt die Krankenkasse die Kosten für Implantate?

Private Krankenversicherungen zahlen im Rahmen der Versicherungs- und Vertragsbedingungen die implantologische Versorgung ihrer Versicherten. Gesetzlich versicherte Patienten hingegen müssen in der Regel die Kosten, welche im Rahmen der Implantatversorgung anfallen, selbst tragen. Die gesetzlichen Versicherungen übernehmen für die Anfertigung des Zahnersatzes die gesetzlich festgelegten Fallpauschalen bzw. die Festkostenzuschüsse.

Setzt jeder Zahnarzt Implantate?

Nicht jeder Zahnarzt setzt in seiner Praxis Implantate. Häufig weisen jedoch die Praxisschilder bei implantologisch tätigen Zahnärzten auf deren Tätigkeit hin. Sind größere, beispielsweise-Knochen aufbauende Maßnahmen notwendig, oder handelt es sich um Risikopatienten, so ist es sinnvoll sich in dafür spezialisierten Zentren behandeln zu lassen, wobei die implantologische Versorgung, das heißt die prothetische Versorgung der Implantate, häufig durch den überweisenden Zahnarzt durchgeführt wird.

Wie sucht man den geeigneten Implantologen?

Diese Frage ist schwer zu beantworten. Eine Möglichkeit ist, den Hauszahnarzt seines Vertrauens zu befragen. Alternativ kann man sich auch an die eigene Versicherung wenden. Häufig werden auch Implantologen von ihren eigenen Patienten weiterempfohlen.

Quelle Frag-den-Professor.de – Experten-Interview mit Herrn Prof. Dr. Dr. Norbert R. Kübler zum Thema Zahnimplantate, aufgenommen als Video im Mai 2012


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